3 Werke von Lisanella Gentili

 

Wer war Lisanella Gentili? Abseits von drei in der italienischen Zupfinstrumenten-Zeitschrift „Il Plettro“ veröffentlichten Kompositionen lassen sich zu ihrer Biografie oder ihrem Wirken keinerlei Informationen ermitteln. In italienischen Fachkreisen gab es vor einigen Jahren eine Debatte (siehe Kasten links unten), ob der Name nur ein Pseudonym, und der Gelehrte Frate Cassio da Velletri der Urheber der Kompositionen sei. Aus diesem Grund wird beispielsweise in der Pocci-Datenbank hinter dem Komponisten Fra Cassio da Velletri immer der Name Gentili mitangegeben. Allerdings gibt es keine Argumente für diese These.

 

Lisanella Gentili hat in „Il Plettro“ drei Werke veröffentlicht, die sich sowohl für das Konzertrepertoire als auch für den Unterricht mit weiter fortgeschrittenen Schüler:innen eignen. Das „Impromptu“ aus Il Plettro Nr.10/1929 besticht durch eine träumerische, gesangliche Melodie und interessante Akkordverbindungen. „Reminiscenze (Bozzetto)“ erschien 1928 in der Ausgabe Nr. 11 und stellt technisch etwas größere Anforderungen an die Spieler:in. So sind Überstreckungen in der I. Lage nötig, was möglicherweise ein Anhaltspunkt dafür ist, dass die Komposition für eine romantische Gitarre geschrieben worden ist. „Tempo di Gavotta“ ist in der Nr.9/1929 publiziert worden, und interpretiert den alten Tanz auf neue Weise. Alle drei Kompositionen sind interessante Charakterstücke, in denen häufig verminderte Akkorde und überraschende Tonarten-Wechsel vorkommen, und die von einem individuellen Kompositionsstil zeugen.

 

Die Zeitschrift „Il Plettro“ ist als Digitalisat über die japanische Seite „jiro Nakno collection“ zugänglich.

Die Notenausgaben finden Sie auf dieser Website links unten im Kasten.